Glossar

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A

Agio
Auch Aufgeld genannt. Bezeichnung für den Differenzbetrag zwischen dem Nennwert und dem Kurswert eines Wertpapiers.

Aktie
Wertpapier, das einen Anteil am Grundkapital einer Aktiengesellschaft und damit ein Miteigentum am ausgebenden Unternehmen verbrieft. Aktien werden an der Börse gehandelt, wobei ihr Kurswert in der Regel ihren Nennwert übersteigt. Eine Aktienurkunde besteht aus Mantel und Bogen.

Aktienindex
Messzahl, welche die Entwicklung der gesamten Börse, einer Aktienauswahl oder einer Branche wiedergibt. Der bekannteste deutsche Aktienindex ist der 1988 eingeführte DAX, der die 30 wichtigsten deutschen Aktienwerte widerspiegelt. Der international wichtigste Aktienindex ist der New Yorker Dow Jones Industrial Average - kurz Dow Jones genannt.

Amtlicher Handel
Unter amtlicher Kontrolle stehende Handelsstufe an der Börse, für die die strengsten Zulassungskriterien bestehen. Für die Papiere des Amtlichen Handels wird an jedem Börsentag von amtlich bestellten Kursmaklern ein Einheitskurs festgestellt.

Arbitrage
Ausnutzung von Preis-, Zins- oder Kursdifferenzen beim An- und Verkauf von Handelsobjekten (Devisen, Edelmetalle, Aktien und andere Wertpapiere) an verschiedenen Börsen zur Gewinnerzielung.

Aufsichtsrat
Gesetzlich vorgeschriebenes Kontrollorgan einer Aktiengesellschaft. Zu den Aufgaben des Aufsichtsrats zählt die Überwachung der Geschäftsführung, die Prüfung des Jahresabschlusses sowie die Wahl des geschäftsführenden Vorstands.


B

Baisse
Im Börsenjargon Bezeichnung für einen starken Kursrückgang bzw. eine anhaltende Schwächephase an der Börse - auch „Bärenbörse“ genannt. Gegenteil: Hausse.

Belegschaftsaktien
Auch Mitarbeiteraktien genannt. Diese Aktien werden an Mitarbeiter des Unternehmens zum Vorzugspreis abgegeben. Sie können auch nach dem Fünften Vermögensbildungsgesetz als Vermögenswirksame Leistungen verrechnet werden.

Berichtigungsaktien
Siehe Gratisaktien.

bestens
Bezeichnung für eine unlimitierte Verkaufsorder. Die betreffende Aktie wird am selben Tag zum höchstmöglichen erreichbaren Kurs verkauft.

Bezugsrecht
Recht der bisherigen Aktionäre eines Unternehmens, bei einer Kapitalerhöhung eine bestimmte Anzahl der neuausgegebenen jungen Aktien zu beziehen, um ihren Anteil am Grundkapital der Aktiengesellschaft konstant zu halten. Bezugsrechte können wahrgenommen oder an der Börse verkauft werden.

billigst
Bezeichnung für eine unlimitierte Kauforder. Die betreffende Aktie wird am selben Tag zum geringst möglichen erreichbaren Kurs eingekauft.

Blue Chips
international bekannte Werte, die aufgrund ihrer Finanzlage und Substanz als sichere und solide Anlagewerte gelten

Bogen
Der einer Aktienurkunde beigefügte Dividendenscheinbogen. Er besteht aus den einzelnen Dividendenscheinen (Kupons), die zur Einlösung der Dividenden berechtigen sowie einem Erneuerungsschein (Talon), mit dem ein neuer Dividendenscheinbogen angefordert werden kann.

Börse
Staatlich genehmigter und organisierter Markt, auf dem Wertpapiere, Devisen und Waren gehandelt werden, die nicht im Börsenraum körperlich vorhanden sind. Die jeweiligen Preise (Kurse) ergeben sich aus dem Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage und werden von Kursmaklern festgestellt. In der Bundesrepublik Deutschland gibt es neben der Leitbörse in Frankfurt a.M. noch insgesamt 7 Börsenplätze: Berlin, Bremen, Düsseldorf, Hamburg, Hannover, München und Stuttgart.

Börsencrash
Rapider, dramatischer Verfall der Börsenkurse, meist ausgelöst durch Panikverkäufe aufgrund pessimistischer Erwartungen bezüglich der zukünftigen wirtschaftlichen und/oder politischen Entwicklung. Bekannteste Beispiele für einen Börsencrash sind der 29.10.1929 (Schwarzer Freitag), der die nachfolgende Weltwirtschaftskrise einläutete, sowie der 19.10.1987 (Schwarzer Montag).

Börsenkapitalisierung
Kennzahl für den Börsenwert eines an der Börse notierten Unternehmens. Die Börsenkapitalisierung ergibt sich aus der Anzahl der ausgegebenen Aktien multipliziert mit ihrem Kurswert.

Briefkurs
Der Briefkurs ist der Kurs, zu dem ein Wertpapier angeboten wurde. Der Kurszusatz "B" oder "Brief" (= Angebot) auf dem Kurszettel bedeutet, dass für das betreffende Papier keine Umsätze getätigt wurden, da zu dem genannten Kurs nur Angebot, aber keine Nachfrage vorhanden war.


C

Chart
Diagramm, in dem die Kursentwicklung von Aktien, Devisen oder der Verlauf eines Indizes innerhalb bestimmter Zeitperioden grafisch nachgezeichnet ist. Die Analyse von Aktienkurs-Charts gehört zu den Kernbestandteilen der Technischen Aktienanalyse.

Courtage
Bezeichnung für die Gebühr, die Börsenmakler beim Kauf oder Verkauf von Wertpapieren verlangen dürfen. Sie ist am jeweiligen Börsenplatz nach Wertpapier-Typen einheitlich geregelt.


D

DAX
Abkürzung für Deutscher Aktienindex. 1988 eingeführter, gewichteter Mittelwert der Aktienkursentwicklung der 30 größten und umsatzstärksten deutschen Aktiengesellschaften. Der DAX wird an der Frankfurter Wertpapierbörse alle 15 Sekunden neu berechnet und gilt als der Leitindex des inländischen Aktienmarktes.

Depot
Als Aktionär kann man seine Aktien entweder selbst verwahren oder sie bei einer Bank hinterlegen. Diese Verwahrung und Verwaltung von Wertpapieren durch die Depotbank im Auftrag des Kunden wird als Depot bezeichnet. Neben der Verbuchung auf einem Depotkonto umfasst die Wertpapierverwaltung u.a. auch die Einlösung von Dividendenscheinen, die Abtrennung von Bezugsrechten sowie die Einladung zur Hauptversammlung. Für die Führung eines Depots wird dem Inhaber der Wertpapiere eine Depotgebühr berechnet. Der Begriff Depot ist auch gebräuchlich als Sammelbezeichnung für alle vom Kunden hinterlegten Wertpapiere.

Depotstimmrechtsvollmacht
Falls ein Aktionär sein Stimmrecht auf der Hauptversammlung nicht selber ausüben will, kann er durch die Depotstimmrechtsvollmacht seine Bank oder eine andere Organisation ermächtigen, ihn auf den jeweiligen Hauptversammlungen zu vertreten und das Stimmrecht aller in seinem Depot befindlichen Aktien für ihn wahrzunehmen. Die Depotstimmrechtsvollmacht wird in der Regel für 15 Monate erteilt.

Deutsche Terminbörse (DTB)
1990 in Frankfurt a.M. errichtete, vollelektronische Börse für Termingeschäfte, die bundesweit operiert. Auf der DTB werden Optionen und Finanzterminkontrakte gehandelt.

Dividende
Der Jahresgewinn einer Aktiengesellschaft wird in Deutschland einmal pro Jahr zum Teil an die Aktionäre ausgeschüttet. Der dabei pro Aktie gezahlte Betrag heißt Dividende. Die Dividendenrendite bezeichnet das Verhältnis von Dividendenhöhe zum Kurswert und ist ein wichtiges Anlagekriterium für Aktionäre.


E

Effekten
Sammelbezeichnung für alle handelbaren Wertpapiere.

Effektives Stück
Wertpapier, das dem Kunden auf seinen Wunsch als Urkunde ausgeliefert wird.

Einheitskurs
Täglich vom amtlichen Börsenmakler festgelegter Kurs für jedes zum Amtlichen Handel zugelassene Wertpapier, zu dem die meisten Umsätze getätigt werden können. Der Einheitskurs wird auch Kassakurs genannt.


F

fortlaufende Notierung
Bestimmte Aktien mit hohen Umsätzen werden nicht nur einmal täglich zum Einheitskurs, sondern im sogenannten variablen Handel fortlaufend notiert. Dazu zählen u.a. alle 30 DAX sowie die 70 MDAX-Werte.

Freiverkehr
Handelsstufe für alle nicht im Amtlichen Handel oder im Geregelten Markt gehandelten Aktien. Für den Freiverkehr gelten die geringsten Zulassungsbedingungen und -beschränkungen. In ihm werden vor allem Auslandsaktien gehandelt.

Freistellungsauftrag
Kapitalanleger können durch den Freistellungsauftrag ihre Bank anweisen, ihnen die aus ihren Anlagen zustehenden Kapitalerträge (Zinsen, Dividenden) bis zu einer gewissen Höhe unversteuert gutzuschreiben. Freistellungsaufträge können auch an mehrere Banken ergehen, die diesbezüglichen Formulare sind am Bankschalter erhältlich. Die gesamte Summe aller erteilten Freistellungsaufträge darf dabei die Höhe des Sparfreibetrages von derzeit 6.100 DM für Ledige bzw. 12.200 DM für Verheiratete nicht überschreiten. Bei Tafelgeschäften kann kein Freistellungsauftrag erteilt werden.

Fundamental Analyse
Instrument der Aktienanalyse, dass zur Bewertung von Aktien vor allem Unternehmenskennzahlen heranzieht. Zu den bekanntesten Indikatoren der Fundamentalanalyse zählen das Kursgewinnverhältnis (KGV), die Eigenkapitalquote und die Eigenkapitalrentabilität, die Umsatzrendite und die Cash-flow-Analyse.


G

Geldkurs
Der Geldkurs ist der Kurs, zu dem Wertpapiere nachgefragt wurden. Wird auf dem Kurszettel der Kurszusatz "G" oder "Geld" (= Nachfrage) veröffentlicht, so wurden für das betreffende Papier keine Umsätze getätigt, da zum genannten Kurs nur Nachfrage, aber kein Angebot bestand.

Geregelter Markt
Nichtamtliche, aber börsengesetzlich geregelte Handelsstufe an der Börse. Gegenüber dem Amtlichen Handel gelten erleichterte Zulassungsbedingungen. Die Kursfeststellung erfolgt durch freie Makler.

Gratisaktien
Aktien, die bei einer Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln kostenlos an die Aktionäre abgegeben werden. Gratisaktien werden auch als Berichtigungsaktien oder Zusatzaktien bezeichnet.

Grundkapital
Haftendes Kapital einer Aktiengesellschaft, das der Summe der Nennwerte aller ausgegebenen Aktien entspricht. Nach dem deutschen Aktiengesetz muss die Höhe des Grundkapitals einer AG mindestens 50.000 Euro betragen.








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