Aktiengesellschaft

Damit der Unternehmer/die Unternehmerin sein Unternehmen AG nennen darf bzw. welche Folgen für den Unternehmer dadurch entstehen soll nun genauer erklärt werden.

Bevor ein Unternehmen zu einer AG wird, muss

• mindestens eine natürliche Person (z.B. ein Unternehmer) bzw. eine juristische Person (z.B. die GmbH eines Unternehmers) an der Gründung beteiligt sein
• das Grundkapital mindestens 50 000 Euro betragen
• und das Grundkapital in Nennwert- bzw. Stückaktien gestückelt werden.


Sind diese Kriterien erfüllt, müssen folgende Schritte getätigt werden
(§23 - §53 AktG):

• Erstellung einer Satzung nach dem AktG in der die wichtigsten Bedingungen der AG geregelt und erläutert sind
• Entscheiden ob Sach- oder Bargründung
• Errichtung der AG
• Bestellung von Organen und Abschlussprüfer
• Gründungsbericht
• Eintragung im Handelsregister


Nach der Eintragung ist das Unternehmen eine juristische Person und der Geschäftsführer somit Angestellter, zumeist in Form des Vorstandes der Aktiengesellschaft, der ein Gehalt zuzüglich Tantieme bezieht.

Der wichtigste Grund, weshalb sich immer mehr Unternehmen für die Unternehmensform AG entscheiden ist sicherlich die Möglichkeit der Kapitalbeschaffung. Jedoch soll an dieser Stelle darauf hingewiesen werden, dass durch die Gründung und Eintragung grundsätzlich nicht mehr der Gründer, sondern lediglich das Geschäftsvermögen (§1 AktG) haftet.

Die Gründung einer AG und Ausgabe von Aktien ist in erster Linie jedoch ein Finanzierungsinstrument für das Unternehmen, welche Kapital benötigt und dieses über die Ausgabe von Aktien am Kapitalmarkt beziehen möchte.

Durch die Stückelung seines Grundkapitals in Aktien, kann es diese nun, wenn es benötigt wird, an Geldgeber, zum Beispiel über die Börse, verkaufen bzw. emittieren.


Beispiel
Rendite AG
Grundkapital 10 Millionen Euro
Nennwertaktie zu einem Euro » 10 Millionen Nennwertaktien
Ausgabe dieser Aktien über die Börse
1. zum Wert von einem Euro
Dies bedeutet, dass dem Unternehmen Gesellschaftsvermögen von 10 Millionen Euro beschert.

2. zum Wert von zwei Euro
Ist das Unternehmen zum Beispiel aufgrund der Geschäftsidee der Überzeugung das Unternehmen ist mehr wert als einen Euro je Aktie, kann der verlangte Preis höher angesetzt werden. Dadurch entsteht ein Aufgeld (Agio), womit dem Unternehmen zusätzliche 10 Millionen Euro zufließen (insgesamt somit 20 Millionen Euro).


Wird nun die Aktie von einem Anleger erworben, so ist sie für den Anleger ein Beteiligungsinstrument, welches ihm zum einen Mitgliedsrechte an diesem Unternehmen verbrieft und ihn zum anderen am Grundkapital der Aktiengesellschaft beteiligt und er somit zu einem Miteigentümer wird.

Wenn das Unternehmen also ein Grundkapital von 10 Millionen Euro besitzt und dieses in 10 Millionen Aktien zum Nennwert von 1 Euro aufteilt, so "gehören" dem Anleger, welcher 10 000 Stück. dieser Aktie besitzt, ein Tausendstel des Unternehmens.


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