Arten

Übertragbarkeit
Namensaktien:
Namensaktien lauten auf den Namen einer bestimmten natürlichen oder juristischen Person. Der Eigentümer der Aktie wird in das Aktienbuch der Gesellschaft eingetragen, so dass dem Unternehmen der Kreis der Aktionäre bekannt ist. Aktien müssen in Deutschland stets dann in Form von Namensaktien ausgegeben werden, wenn der Nennbetrag nicht voll eingezahlt ist. Die Mindesteinzahlungsquote liegt bei 25 %. Beim Verkauf von Namensaktien müssen besondere Formalitäten eingehalten werden (z.B. Name im Aktienbuch muss geändert werden.) Bei vinkulierten Namensaktien sind die Hürden für die Eigentumsübertragung sogar noch höher gelegt. Hier ist zusätzlich beim Verkauf der Aktien die Zustimmung der Aktiengesellschaft erforderlich. Dieses Verfahren gibt den Unternehmen die Möglichkeit, die Kontrolle über den Aktionärskreis zu behalten und einer Überfremdung durch ausländische oder unternehmensfremde Aktionäre vorzubeugen.

Inhaberaktien:
Inhaberaktien werden nicht auf einen bestimmten Namen ausgestellt, sondern auf den Inhaber. Ein Eigentumswechsel der Aktie ist ohne besondere Formalitäten möglich, d. h. sie wird durch einfache Einigung und Übergabe übertragen.


Ausstattung mit Rechten
Stammaktien:
Bei Stammaktien haben die Aktionäre sämtliche mit der Aktie verbundene Rechte. Der Aktionär erhält einen Anteil an der Dividende, er besitzt einen Anspruch auf Teilnahme an und ein Stimmrecht in der Hauptversammlung, ein Bezugsrecht bei der Ausgabe junger Aktien und das Recht auf einen Anteil am Liquidationserlös im Falle der Unternehmensauflösung. In Deutschland sind 85 % der Aktien Stammaktien.

Vorzugsaktien:
Demgegenüber sind Vorzugsaktien mit Vorrechten in bezug auf die Dividendenzahlung (jährliche Gewinnausschüttung für eine Aktie) und/oder dem Anteil am Liquidationserlös (Wertpapier in Bargeld oder Bankguthaben umwandeln zu können) ausgestattet. Es gibt Vorzugsaktien mit und ohne Stimmrecht, bei Vorzugsaktien ohne Stimmrecht hat der Aktionär eine höhere Gewinnbeteiligung, dafür aber kein Stimmrecht in der Hauptversammlung. Ihr Kurs ist in der Regel etwas niedriger als bei Stammaktien.


Art der Beteiligung am Grundkapital
Nennwertaktien:
Der Nennwert der Aktie ist eine rechnerische Größe, welche die Höhe des Anteils am Grundkapital der Aktiengesellschaft darstellt. Der Nennwert lautet auf einen festen Geldbetrag, der in Deutschland auf 1 Euro oder ein Vielfaches lauten können. Die Multiplikation der Nennwerte mit der Anzahl der ausgegebenen Aktien ergibt das in der Satzung festgelegte Grundkapital der Aktiengesellschaft. Die Beteiligungsquote des einzelnen Aktionärs entspricht dem Anteil der von ihm gehaltenen Summe seiner Aktiennennwerte im Verhältnis zu den gesamten Nennwerten (Grundkapital).

Stückaktien (Quotenaktien):
Auch eine Stückaktie repräsentiert einen bestimmten Anteil des in der Satzung festgelegten Grundkapitals. Im Gegensatz zur Nennwertaktie wird der Anteil jedoch nicht in einem Geldbetrag ausgedrückt; die Aktienurkunden lauten vielmehr auf eine bestimmte Stückzahl von Aktien, zum Beispiel 10 oder 1000 Stück Aktien. Die Beteiligungsquote des einzelnen Aktionärs und damit der Umfang seiner Rechte ergibt sich aus dem Verhältnis der von ihm gehaltenen Aktienstückzahl zu der insgesamt ausgegebenen Aktienstückzahl. Der auf die einzelne Aktie anfallende anteilige Betrag des Grundkapitals muss mindestens 1 Euro betragen.


Sonstiges
Junge Aktien:
Junge Aktien entstammen aus einer gerade vorgenommenen Kapitalerhöhung des Unternehmens. Sie werden zuerst den Altaktionären angeboten, da diese wegen ihres Bezugsrechts ein Vorkaufsrecht besitzen. Dann erst dürfen sie an der Börse gehandelt werden. Junge Aktien können unter Umständen zunächst mit einer geringeren Dividendenberechtigung ausgestattet sein als die bereits im Umlauf befindlichen Aktien.

Belegschaftsaktien:
Belegschaftsaktien werden von vielen Unternehmen regelmäßig oder anlässlich bestimmter Jubiläen an die Mitarbeiter zum Vorzugspreis abgegeben. Sie weisen dieselben Rechte und Merkmale wie die übrigen an der Börse gehandelten Aktien des Unternehmens auf. Nur ist ihr Kauf in der Regel mit der Auflage verbunden, die Anteilscheine für einen Mindestzeitraum zu behalten.


© 2002 Copyright by Boersenworld.de