DAX
DAX

Abkürzung für Deutscher Aktienindex. 1988 eingeführter, gewichteter Mittelwert der Aktienkursentwicklung der 30 größten und umsatzstärksten deutschen Aktiengesellschaften. Der DAX wird an der Frankfurter Wertpapierbörse minütlich neu berechnet und gilt als der Leitindex des inländischen Aktienmarktes.

Der Deutsche Aktienindex (DAX) wurde 1987 von der Frankfurter Wertpapierbörse, der Arbeitsgemeinschaft der dt. Wertpapierbörsen und der Börsenzeitung entwickelt und seit dem 01.07.1988 veröffentlicht.

Zur Berechnung des DAX werden 30 Aktientitel aus dem variablen Handel herangezogen, die nach folgenden Kriterien ausgewählt werden:
• Börsenumsatz der letzten 12 Monate und wenn diese nicht vorhanden sind, mind. die letzten 30 Tage im amtlichen Handel bzw. geregelten Markt
• Börsenkapitalisierung
• frühes Erscheinen der Eröffnungskurse

Um eine Marktrepräsentativität des Index zu gewährleisten, enthält der DAX Aktiengesellschaften aus fast allen Branchen und mit unterschiedlicher prozentualer Gewichtung. Diese Gewichtung erfolgt nach Höhe des Grundkapitals (je höher, desto größer die Gewichtung) und nach dem Börsenkurs der Aktie und der damit verbundenen Marktkapitalisierung.

Berechnung
Der DAX wird von der Deutschen Börse AG jede Minute (nach der Indexformel von Laspeyres) im Börsenverlauf auf Basis der fortlaufenden Notierung berechnet.


Ordentliche Anpassung
Die Zusammensetzung wird üblicherweise jährlich (September) überprüft und bei Bedarf aktualisiert. Eine Änderung ist notwendig, wenn zum einen die Kriterien nicht erfüllt werden und zum anderen, wenn durch eine Fusion oder Insolvenz eine außerordentliche Aktualisierung vorgenommen werden muss.

Bei den gängigen Anpassungsterminen kommt die 35/35 Regel zum Einsatz, was bedeutet, dass Unternehmen, welche einen Umsatzrang kleiner/gleich 35 und einen Marktkapitalisierungsrang kleiner/gleich 35 haben, in den DAX aufgenommen werden können. Erfüllt ein Unternehmen im DAX diese Kriterien nicht, kann dieses aus dem DAX entfernt werden.

Beispiele
1)
akt. Umsatzrang akt. Kapitalisierungsrang
Rendite AG (nicht im DAX) 23 26
SLEEP AG (im DAX) 34 34

Die Rendite AG ist nach der 35/35 Regel ein klassischer DAX-Kandidat, die SLEEP AG jedoch kein Herausnahmekandidat. Trotz allem wäre die Aufnahme der Rendite AG möglich.


2)
akt. Umsatzrang akt. Kapitalisierungsrang
Rendite AG (nicht im DAX) 37 26
SLEEP AG (im DAX) 42 44

Die SLEEP AG ist nach der 35/35 Regel ein klassischer Herausnahmekandidat, die Rendite AG jedoch kein eigentlicher Aufnahmekandidat. Trotz allem wäre der Austausch sinnvoll.
Wie man sehen kann ist eine reine Betrachtung von Umsatz-/Kapitalisierungsrang oft nicht sehr hilfreich. Daher zieht man neben der 35/35 Regel noch weitere Kriterien, wie
• free float
• Verfügbarkeit am Markt
• Branchenzugehörigkeit
zur Betrachtung herbei.

Erst wenn alle Unternehmen bezüglich ihrer Kriterien miteinander verglichen wurden und das neue Unternehmen aufgrund der Gegenüberstellung als qualitativ höher einzuschätzen ist, kann eine Veränderung im DAX erfolgen.


Außerordentliche Anpassung
Neben den ordentlichen Anpassungen besteht die Möglichkeit einer außerordentlichen Anpassung. Dies bedeutet, dass neben dem eigentlichen Termin (September) eine Änderung im Dax stattfinden kann. Dies geschieht zumeist bei großen Emissionen. Jedoch wird hierfür nicht die 35/35 Regel angewandt, sondern die 25/25 Regel. Diese besagt, dass der Umsatzrang kleiner/gleich 25 und der Börsenkapitalisierungsrang kleiner/gleich 25 sein müssen. Sind die Kriterien erfüllt, wird entschieden, ob ein Austausch Sinn macht und welches Unternehmen ausgetauscht wird.

Beispiele
1)
akt. Umsatzrang akt. Kapitalisierungsrang
Rendite AG (nicht im DAX) 23 24
SLEEP AG (im DAX) 34 34

Die Neuemission New Stone AG ist nach der 25/25 Regel ein klassischer Aufnahmekandidat, die Old Stone AG jedoch kein Herausnahmekandidat. Trotz allem wäre die Aufnahme der New Stone AG möglich.

2)
akt. Umsatzrang akt. Kapitalisierungsrang
Rendite AG (nicht im DAX) 23 26
SLEEP AG (im DAX) 42 44

Die New Stone AG ist nach der 25/25 Regel kein klassischer Aufnahmekandidat. Obwohl die Old Stone AG in Umsatzrang und Marktkapitalisierung im Bezug auf Umsatz- und Kapitalisierung unter der New Stone AG liegt, kann eine außerordentliche Anpassung erst erfolgen, wenn die New Stone AG die 25/25 Regel erfüllt.


Fusionen
1. Sind beide Unternehmen im DAX vertreten und haben beide Hauptversammlungen zugestimmt, wird eines der Unternehmen aus dem Index genommen und durch ein neues Unternehmen ersetzt.

2. Ist nur ein Unternehmen im DAX vertreten, kann
a) das fusionierte Unternehmen unter altem Namen im DAX bleiben (DAX-Unternehmen übernimmt z.B. MDAX-Unternehmen).
b) das fusionierte Unternehmen kann einen neuen Namen annehmen, was eine Neuaufnahme mit neuem Namen bedeutet.
c) dieses dem DAX genommen werden, wenn das Unternehmen z.B. von einem ausländischen Konzern übernommen wird


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