Call/Put

Ein Optionsschein verbrieft in erster Linie das Recht einen bestimmten Basiswert, in einer bestimmten Laufzeit, zu einem bestimmten Preis zu erwerben bzw. zu verkaufen.
Auf die einzelnen Komponenten, wie Basiswert, Basispreis und Laufzeit wird später noch genauer eingegangen.

Der Basiswert, auf welches sich das Recht zu kaufen bzw. zu verkaufen bezieht soll in den folgenden Beispielen stets die Aktie sein, da Privatanleger in der Regel den Optionsschein in diesem Zusammenhang nutzen.

Call
Geht ein Anleger davon aus, z.B. aufgrund der Fundamentalanalyse oder der Charttechnik, dass sich der Wert eines Unternehmens und somit der Wert der Aktie in der Zukunft positiv entwickeln wird, hat er grundsätzlich zwei Möglichkeiten am Erfolg des Unternehmen teilzunehmen. Zum einen kann er die Aktie direkt erwerben und somit direkt von der Kurssteigerung profitieren oder er erwirbt sich mit einem Call-Optionsschein das Recht die Aktie zu einem bestimmten Zeitpunkt zu einem festgelegten Kurs erwerben zu können.

Call | Beispiel
Ein Anleger erwartet, das die Rendite AG innerhalb des nächsten Jahres eine Kurssteigerung vollziehen wird. Also erwirbt er einen Call, der im das Recht verbrieft die Aktie zu einem festen, bestimmten Kurs zu erwerben. Liegt der Kurs heute z.B. bei 50 Euro, so kann der Anleger einen Call kaufen der ihm zusagt, dass er z.B. die Aktie innerhalb eines Jahres zum Kurs von 50 Euro erwerben kann. Steigt die Aktie nun z.B. auf 60 Euro, so kann er von seinem Recht gebrauch machen und die Aktie für 50 Euro erwerben. Verkauft er die Aktie nun wieder an der Börse hat er einen Gewinn von 10 Euro erzielt..

Put
Glaubt ein Anleger jedoch, dass der Kurs fällt, so entscheidet er sich für einen Put-Optionsschein. Dieser räumt dem Anleger das Recht ein, zu einem bestimmten Kurs die Aktie zu verkaufe.

Put | Beispiel
Ein Anleger erwartet, das die Rendite AG innerhalb des nächsten Jahres einen Kursverlust vollziehen wird. Also erwirbt er einen Put, der im das Recht verbrieft die Aktie zu einem festen, bestimmten Kurs zu verkaufen. Liegt der Kurs heute z.B. bei 50 Euro, so kann der Anleger einen Put kaufen der ihm zusagt, dass er z.B. die Aktie innerhalb eines Jahres zum Kurs von 50 Euro verkaufen kann. Fällt die Aktie nun z.B. auf 40 Euro, so kann er von seinem Recht gebrauch machen und die Aktie für 50 Euro verkaufen. Er könnte die Aktie nun theoretisch an der Börse zu 40 Euro erwerben und dann aufgrund seines Rechts für 50 Euro verkaufen. Somit hätte er einen Gewinn von 10 Euro erzielt.

Leider ist der Optionsschein nicht kostenlos und der Emittent (Verkäufer des Optionsschein) möchte sich dieses Recht natürlich bezahlen lassen und verlangt eine Prämie dafür, welche dann den Preis des Optionsscheines darstellt

Da dieses Recht bzw. der Optionsschein an der Börse gehandelt werden kann, wird der Preis zudem von Angebot und Nachfrage bestimmt, was zur Folge haben kann, dass das erworbene Recht in Form eines Optionsscheines selbst an Wert zu- bzw. abnimmt. Genau diese Zu- und Abnahmen sind es, die den Anleger in der Regel dazu veranlassen mit dem Optionsschein zu spekulieren anstatt diesen zum späteren Zeitpunkt gegen das Basisinstrument zu tauschen, da es mit dem Optionsschein möglich ist größere Gewinne und Verluste zu erzielen. Wie sich dieser Preis genauer zusammensetzt und welche Faktoren Einfluss auf den Wert des Optionsscheins haben, wird in den späteren Kapiteln erklärt.


© 2002 Copyright by Boersenworld.de