Bundeswertpapiere

Bundeswertpapiere werden als Wertrechte verbrieft und ins Bundesschuldbuch bei der Bundesschuldenverwaltung in Bad Homburg eingetragen, d.h. es gibt keine effektiven Stücke. Die sonstigen Eigenschaften der Effekten sind jedoch erfüllt. Bundeswertpapiere können beim Erwerb von Neuemissionen gebührenfrei auf ein Schuldbuch bei der Bundesschuldenverwaltung übertragen werden. Die Verwahrung erfolgt bei der Bundesschuldenverwaltung ebenfalls gebührenfrei. Nicht eintragungsfähig sind hingegen die Emissionen der Treuhandanstalt sowie der privatisierten Bahn- und Postunternehmen.

Das Schuldbuchkonto wird über die Kreditinstitute eröffnet; sie halten Formulare bereit und übernehmen auch die Legitimation. Lediglich die Kontonummer erhält der Kunde über die Bundesschuldenverwaltung. Änderungen und Aufträge sind direkt der Bundesschuldenverwaltung zu erteilen.

Die Verwahrung von solchen Bundeswertpapieren direkt bei der Bundesschuldenverwaltung ist in der Praxis jedoch weit verbreitet (über 1 Millionen Depotkonten bei BSV). Die Abwicklung über die Banken erfolgt zwar gegen eine marginale Depotgebühr. Aus Gründen der Effizienz (der Aufwand zur Eröffnung eines Kontos bei der Bundesschuldenverwaltung ist beträchtlich) und der Transparenz (weiteres Konto) erscheint ein solches Vorgehen nicht sinnvoll. Der geringe Verdienst der Banken selber entschädigt in der Regel bei weitem nicht den einhergehenden Beratungsaufwand.

Bundesschatzbriefe, Finanzierungsschätze und Bundesobligationen gehören zu den Daueremissionen des Bundes, d.h. sie werden ständig mit normalerweise gleicher Laufzeit, jedoch sich ändernden Konditionen, angeboten. Die übrigen Wertpapierarten werden zu bestimmten regelmäßigen Terminen (Bundesschatzanweisungen, U-Schätze) bzw. unregelmäßig (Bundesanleihen) begeben.


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