Auslandsanleihen

Unter Euro-Auslandsanleihen versteht man Anleihen auf Euro-Basis, deren Emittenten nicht in Deutschland bzw. im Raum der EWU ansässig sind. Auch eine Anleihe der Heimatbank AG kann eine Auslandsanleihe sein, wenn diese z.B. von einer Tochtergesellschaft - der Heimatbank Finance B.V. in New York begeben wurde. Als Hauptmerkmale sind festzuhalten:

Anleihen lauten auf EURO

Zins- und Tilgungszahlungen werden in EURO geleistet

der Anleger trägt kein Wechselkursrisiko

Die Anleger müssen sich im Klaren sein, dass bei einer solchen Anleihe häufig auch ausländisches Recht gilt. Insbesondere im Konkursfall können hier erhebliche Schwierigkeiten auftreten und Kosten in Zusammenhang mit der Rechtsverfolgung auftreten. In diesem Zusammenhang stellt auch die Bonität des Emittenten einen wichtigen Faktor dar. Unter dem Bonitätsrisiko versteht man das mögliche Ausfallrisiko des Emittenten, d.h. keine pünktlichen Zins- und/oder Tilgungsleistungen vornehmen zu können. Sofern der Emittent ein im Ausland ansässiges Unternehmen ist, besteht neben dem Bonitätsrisiko das Länder- bzw. Transferrisiko, d.h. dass das jeweilige Land Gesetze erlässt, die eine Devisenausfuhr untersagen. Damit ist u.U. eine Zinszahlung oder Tilgung nicht möglich, obwohl der Schuldner sie leisten könnte.

Darüber hinaus unterliegen die ausländischen Zinseinkünfte grundsätzlich der Besteuerung sowohl im Ausland als auch im Inland. Zur Vermeidung von Doppelbesteuerungen hat Deutschland mit einer Vielzahl von ausländischen Staaten Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen.

Mit Auslandsanleihen kann eine höhere Rendite erzielt werden, sofern das Zinsniveau in dem jeweiligen Land über dem von Deutschland liegt. Dieser höhere Rendite stehen aber auch die oben genannten höheren Risiken gegenüber. In der Praxis verkaufen Banken deshalb nur Auslandsanleihen von staatlichen Emittenten oder von internationalen großen Institutionen (z.B. Weltbank). Denkbar ist auch, dass Tochtergesellschaften von Kreditinstituten im Ausland Anleihen emittieren; dann steht aber meist die inländische Muttergesellschaft als Garant beiseite.


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