Floating Rate Notes

Floating Rate Notes (Floater)
Floating Rate Notes (FRN’s) sind Anleihen, die an einen Referenzzinssatz gekoppelt sind. Die Verzinsung der Floater wird in einem regelmäßigen Rhythmus an diesen angepasst. Bei EURO-Floatern ist dies oft der LIBOR oder EURIBOR (London bzw. EURO Interbank Offered Rate), also den Londoner oder europäischer Interbankenzinssatz.

Passt z.B. der Floater vierteljährlich seine Zinsen an, so ist der 3-Monatszinssatz hier die Bezugsgröße. Diese Papiere weisen je nach Emittenten - abhängig auch von seiner Bonität - einen Spread (Auf- oder Abschlag) zum Referenzzinssatz auf. Die Zinsen werden hier im Beispiel auch vierteljährlich gezahlt.

Beispiel für die Ausstattung eines Floaters
Zinszahlung: vierteljährlich, jeweils am 01.01., 01.04., 01.07., 01.10.
Referenzzins: 3-Monats LIBOR am Vortage der Zinsanpassung
Ausstattung: LIBOR – 0,25% p.a. (abzüglich eines Spreads von 0,25%)
Bsp.: 3-Monats-LIBOR am 30.09. = 3% , dann gilt für diesen Floater ab 01.10. folgender Zinssatz:
3% - 0,25% = 2,75% p.a. bis zur nächsten Zinsanpassung am 01.01.

Dadurch, dass hier eine regelmäßige Zinsanpassung stattfindet, ist der Anleger keinem großen Kursrisiko ausgesetzt. Der Kurs notiert i.d.R. um die 100%. Interessant ist diese Anlagealternative für den Anleger, wenn er steigende Zinsen erwartet. Die Mindeststückelungen sind vom jeweiligen Emittenten abhängig


Floater mit Cap oder Floor
Unter einem Cap versteht man eine nach oben gerichtete Deckelung (Cap = Kappe) bzw. Die Begrenzung der Zinsen und unter einem Floor eine Mindestverzinsung, die garantiert ist, je nachdem, wo sich der Referenzzins befinden würde.

Ein Floater mit Cap weist also für den Anleger eine Begrenzung im Zinssatz nach oben auf, während der Floater mit Floor ihm eine Mindestverzinsung zusichert.

Beide Formen kommen in der Praxis sehr selten vor.


Collared Floater
Der Collar ist die Kombination zwischen Floor und Cap. Damit kennt der Anleger seinen Zinskorridor und weiß, wie hoch seine Mindestverzinsung ist bzw. Wie sich seine maximale Ausschüttung beläuft. Er wird manchmal auch als Minimax-Floater bezeichnet.

Dieser kann z.B. wie folgt aussehen:

3 Monats-LIBOR + 0,25% p.a.; Minimum: 2,5% p.a.; Maximum 6,0% p.a.
Würde der LIBOR nun 2% betragen, so erhält der Anleger 2,5% p.a. wegen des Floors; würde der LIBOR sich auf 7% belaufen, so erhält der Anleger 6,0% p.a. wegen des Cap.

Zu beachten ist, dass ein solches Papier im Gegensatz zu normalen Floatern nennenswerten Kursschwankungen unterliegt. Dies kann auch der Fall sein, wenn sich der Referenzzins innerhalb des Korridors befindet. Relevant sind hier die Kurse, die für die entsprechenden Papiere am Markt gezahlt werden. Im Herbst 1994 erlebten Collared Floater erhebliche Kurseinbrüche, da die amerikanische Notenbank im Frühjahr die Zinsen erhöht hatte und die Befürchtung steigender Kapitalmarktzinsen im Raum stand.


Reverse Floater
Reverse Floater sind Wertpapiere, die eine Ausstattung eines genannten Nominalzinses abzüglich eines Geldmarktsatzes aufweisen.


Beispiel
14% p.a. - 3 Monats-LIBOR
Zinsanpassung vierteljährlich 01.01., 01.04., 01.07., 01.10.
Laufzeit 10 Jahre
Bei fallenden Geldmarktzinsen (LIBOR) steigt somit der Ertrag. Die Kursentwicklung orientiert sich hier überproportional stark an der 10-jähriger Anleihen und nicht - wie vielleicht erwartet - am fallenden Geldmarktzins. 1994 fiel in Deutschland der Geldmarktzins, der Kapitalmarktzins hingegen stieg kräftig an. Die Folge war kräftig fallende Kurse bei Reverse-Floatern. Der Grund liegt in der Konstruktion:
Angenommen ein Anleger hätte jeweils den gleichen Betrag, z.B. DM 100.000,— in einen normalen Floater (Verzinsung nach LIBOR - Bsp: 3%) und obiger Anleihe mit jeweils gleicher Fälligkeit investiert, so wäre sein Zinsertrag:
aus dem Floater: LIBOR DM 3.000,—
aus dem Reverse-Floater 14% - LIBOR DM 11.000,—
————————————
DM 14.000,—
Fällt nun der LIBOR, so fällt der Zinsertrag aus dem Floater. Um den gleichen Betrag steigt jedoch der Ertrag aus dem Reverse-Floater. Würde der Anleger beide Papiere halten, so hätte er de facto nichts anderes als eine 7-prozentige Anleihe im Gegenwert von DM 200.000,—
Da der Floater jedoch nahezu keine Kursschwankungen aufweist, muss der Reverse-Floater dies entsprechend stärker tun, damit schwankt er stärker - ca. Doppelt so stark - wie eine festverzinsliche Anleihe gleicher Laufzeit.


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