Glossar

B

Bookbuilding-Verfahren
Für neu an die Börse zu bringende Aktien wird ein Auktionsverfahren angewendet, bei dem die Preisspanne, in der die Gebote abgegeben werden müssen, vorgegeben wird. Der Durchschnitt der Gebote bildet dann den tatsächlichen Emissionskurs. Zeitlich verläuft das Verfahren ungefähr nach diesem Muster ab:
1) in der sogenanten "Pre-Marketing-Phase" werden möglichen Großanlegern die Emission vorgestellt, um daraus eine Spanne für den Emissionskurs heraus zu finden.
2) danach werden die Großanleger in der "Marketing-Phase" direkt angesprochen3) in der darauffolgenden "Order-Taking-Periode" haben die Investoren die Möglichkeit ihre Zeichnungswünsche innerhalb in der der Preisspanne abzugeben4) Nun kann die Feststellung des Emissionspreises durch den Konsortialführer erfolgen


G

Going Public
Ist der englische Fachausdruck für den Gang einer Aktiengesellschaft an die Börse.

Graumarkt
Der Graumarkt mit seinen Graumarktkursen wird oft mit Neuemissionen in Verbindung gebracht. Im Graumarkt ist es möglich die Aktie noch vor ihrer Erstnotiz zu erwerben. Der Graumarkt ist also eine Art Termingeschäft, welches dem Anleger ermöglicht die Aktie schon vor ihrem Erscheinen zu einem bestimmten Kurs bei der Bank zu erwerben. Diese Aktien erhält man jedoch erst, wenn sie offiziell am Markt gehandelt wird. Die Graumarktkurse errechnen sich nach Angebot und Nachfrage und liegen zumeist über dem Emmissionspreis.

Greenshoe
Der "grüne Schuh" ist die Option einer Konsortial-Bank, im Rahmen einer Neuemission zusätzliche Papiere des von ihr betreuten Unternehmens auszugeben. Die Aktien stellen die Alteigentümer aus ihrem eigenen Aktienbesitz zur Verfügung. Das heißt, die Bank kann sich dort zum Emissionskurs eindecken. Bei der Telekom-Emission wurden zum Beispiel wenige Tage vor Zeichnungsschluß als Greenshoe 100 Millionen Aktien zusätzlich auf den Mark geworfen.


I

IPO
"Initial Public Offering", steht für die verwaltungsmäßige Umsetzung des Going Public durch eine oder mehrere Banken.


K

Konsortialführer (book runner)
Ist zumeist ein Kreditinstitut, welches während der Emission innerhalb des Konsortium die Geschäftsführung und Vertretung übernimmt. Meistens übernimmt der Konsortialführer die größte Quote der Emission.

Konsortium
Ein Konsortium ist eine Vertragsgesellschaft zumeist von Banken, welche nur für einen zeitlich und sachlich begrenzten Zweck gebildet wird, wie zum Beispiel die Einführung und Durchführung einer (Neu-) Emission


L

Lock-Up (Sperrfrist)
steht für den Zeitraum, für den sich die Altaktionäre verpflichten, nach der Emission keine Aktien aus eigenem Bestand zu verkaufen. Durch diese Sperrfrist sollen die Neuaktionäre vor Kursverlustengeschützt werden, welche durch den Verkauf der Aktienpakete von Altaktionären entstehen könnten.


P

Preisspanne
Die Preisspanne gibt an in welchem Bereich der Emissionskurs und somit der zu bezahlende Kurs liegt


Z

Zeichnungsfrist
Ist der Zeitraum in der die Zeichnung der Aktie erfolgen muss

Zuteilungsverfahren
Das Zuteilungsverfahren bestimmt wie viel bzw. auf welchen Weg man die gezeichnete Aktie erhält.

Man unterscheidet hier in der Regel zwischen zwei Verfahren
• Quoten-Zuteilung
in diesem Verfahren bekommt man nur einen bestimmten Teil (Quote) der gezeichnete Aktien
• Los-Verfahren
hier werden die Aktien bzw. die Investoren, welche die volle Anzahl an Aktien erhalten, ausgelost

Bei großer Nachfrage kann es auch zu einem "Mischverfahren" kommen, wo alle beide Zuteilungsarten miteinander kombiniert werden.


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